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Testosteron, Gehirn und Genie: Hat das Geschwind-Behan-Galaburda-Modell etwas mit Hochbegabung zu tun?

In der Welt der Neurowissenschaften gibt es viele Theorien darüber, was Intelligenz und Hochbegabung beeinflusst. Eine besonders spannende ist das Geschwind-Behan-Galaburda-Modell (GBG-Modell). Es verbindet Hirnentwicklung, Hormone, Händigkeit und sogar das Immunsystem miteinander – aber kann es auch Hochbegabung erklären?


Das GBG-Modell: Wenn Hormone das Gehirn prägen

Das GBG-Modell besagt, dass hohe Testosteronwerte während der Schwangerschaft die linke Gehirnhälfte in ihrer Entwicklung hemmen können. Dadurch übernimmt die rechte Gehirnhälfte verstärkt Aufgaben, was Auswirkungen auf Sprache, Händigkeit und möglicherweise auch kognitive Fähigkeiten hat.

Dem Modell zufolge könnte dies erklären, warum Linkshändigkeit und bestimmte neurobiologische Besonderheiten bei Hochbegabten häufiger auftreten. Denn das Gehirn hochbegabter Menschen zeigt oft eine flexiblere und vernetzte Aktivität zwischen den beiden Hemisphären.

🔬 Was die Forschung sagt:

  • Hochbegabte zeigen oft eine verstärkte Nutzung beider Gehirnhälften (bilaterale Aktivierung). (hochbegabtenhilfe.de)
  • Linkshändigkeit ist unter Hochbegabten leicht überrepräsentiert, aber nicht eindeutig mit Intelligenz verbunden. (welt.de)
  • Das Immunsystem und kognitive Fähigkeiten könnten tatsächlich miteinander verknüpft sein, was das GBG-Modell voraussagte. (en.wikipedia.org)

Hochbegabung durch Testosteron? Nicht so schnell!

Während das Modell interessante Zusammenhänge beschreibt, ist es keine direkte Erklärung für Hochbegabung. Die Entwicklung von Intelligenz ist ein Zusammenspiel aus Genetik, Umwelt, neuronaler Plastizität und individuellen Erfahrungen.

Was stimmt: Hochbegabte zeigen oft eine stärkere Vernetzung beider Gehirnhälften, was in das Modell passt.
Was nicht bewiesen ist: Dass Testosteron oder eine Verschiebung der Hirnlateralisation direkt für Hochbegabung verantwortlich ist.


Fazit: Eine spannende Theorie mit offenen Fragen

Das Geschwind-Behan-Galaburda-Modell liefert interessante Denkansätze, wenn es um die Gehirnentwicklung und kognitive Besonderheiten geht. Es könnte erklären, warum manche Menschen außergewöhnliche kognitive Fähigkeiten oder unkonventionelle Denkweisen haben. Aber Hochbegabung ist mehr als nur eine Frage der Hirnlateralisation.

🔎 Was wir lernen können:

  • Hochbegabte nutzen oft beide Hirnhälften effizient – aber nicht nur Linkshänder!
  • Testosteron kann die Hirnentwicklung beeinflussen, aber nicht allein über Intelligenz entscheiden.
  • Die Forschung zeigt Zusammenhänge, aber keine direkte Kausalität.

Ob links- oder rechtshändig, ob sprachbegabt oder mathematisch brillant – das menschliche Gehirn bleibt ein faszinierendes Rätsel. 💡